Diana Owen: Online Campaigns - gut und schlecht für Demokratie

Kurz vor der Wahl von Barack Obama letzten November führten David und ich einen Online-Webmontag zum Thema Webcampaigning durch. Zu Gast bei uns: Diana Owen von der Georgetown University in Washington DC.

"At its best, the online campaign acts as a countervailing force to the mass media campaign as usual. Reliable voter information, the full text of candidate documents, in-depth analyses, and diverse ideological commentary are readily available. At its worst, the Internet facilitates, and even exacerbates, the problems that plague the media election. Rumors are passed off as news at lightning speed, while parody candidate web sites confuse - even as they amuse - voters. Defamatory messages are hosted in online chat rooms, which this election included anti-Semitic comments against Democratic vice presidential candidate Joseph Lieberman. Further, the commercial incentives of the online news business interfere with democratic goals. As Chris Hunter, an analyst with the Annenberg Public Policy Center, observed about Net Campaign 2000, 'It was all very disappointing ... lots of dot-coms weren't there to pomote democracy, but to get another round of venture capital." As Internet journalists adopt the bad habits of the mainstream press, and acquire some new ones of their own, the publics faith in the media system continues to be undermined.'
Diana Owen, Media Mayhem: Performance of the Press in Election 2000, in: Larry J. Sabato: Overtime! The Election 2000 thriller
Reference: Personal Interview Chris Hunters with Matthew T. Felling, analyst, Center for media and Public Affairs, May 28, 2001

Was Online Kampagnen Gutes und Schlechtes zur Qualität der Demokratie beitragen können, hat sie schon vor längerer Zeit in einem Aufsatz aus Anlass der Präsidentschaftswahlen 2000 so formuliert:

"In ihrer besten Ausformung ist die online Kamapgne eine Gegenkraft zur üblichen Medienkampagne: Verlässliche Wählerinformation, Volltext der Originaldokumente der KandidatInnen, vertiefte Analysen und unterschiedliche ideologische Kommentare können rasch zur Verfügung gestellt werden.

In seiner schlechtesten Form allerdings ermöglicht auch das Internet dieselben Probleme, die die medial vermittelte Wahlinformation plagen, und verschärft sie sogar: Gerüchte werden in Blitzgeschwindigkeit weitergegeben und Parodie-Websites verwirren die WählerInnen - auch wenn sie amüsant sind. Verleumderische Botschaften werden in Online Chatrooms weitergereicht - was bei diesen Wahlen (Anmerkung: US-Präs. 2000) auch antisemitische Kommentare gegen Joseph Liebermann, den demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten - miteinschloss.

Weiters laufen ökonomische Interessen des Online News Business demokratischen Zielen zuwider. Chris Hunter, ein Analyst des Annenberg Public Policy Centers, beobachtete zur Web Kampagne 2000: "Es war sehr enttäuschend ... eine Menge von Dot-Coms waren nicht dabei um Demokratie zu promoten, sondern eine weitere Runde von Risiko-Kapital einzusammeln."

Während sich also Internet Journalisten die schlechten Gewohnheiten der Mainstream-Medien aneignen und einige neue dazu entwickeln, wird der Glaube der Öffentlichkeit in das Mediensystem weiterhin unterminiert."